Baden wie in der Römerzeit
Eine der besterhaltenen Römerthermen aus dem 2. Jahrhundert nördlich der Alpen wurde in den 1930er Jahren in Zülpich entdeckt. Wasserbecken, Schwitzbäder, Fußboden- und Wandheizungen sind original erhalten und bezeugen, dass schon die Römer Fans von Wellness-Oasen waren. Dass auch im Mittelalter das Baden eine große Rolle spielte, beweist das neue eröffnete „Museum der Badekultur“ in Zülpich. Dort wird außer den Resten einer römischen Badeanlage auch die Kulturgeschichte des Badens von der Antike bis zur Gegenwart aufgezeigt.
Römische Zeugnisse in Mechernich

- Aquädukt bei Vussem
Die Besiedlung des Mechernicher Stadtgebietes begann bereits in der Altsteinzeit vor etwa 200.000 Jahren. Neben den Relikten aus dieser Zeit haben die Römer Zeugnisse hinterlassen, die in Ihrer Fülle und Qualität kaum zu überbieten sind. Vom Jahre 58 n.Chr. an eroberten sie unter ihrem Feldherren, G.J. Caesar, Germanien. Ein gut ausgebautes Straßennetz, das heute teilweise noch vor Ort nachvollzogen werden kann, ermöglichte eine schnelle Versorgung mit Lebensmitteln, Waffen und Soldaten. Mit dem Bau der Eifelwasserleitung von Nettersheim nach Köln, dem Römerkanal, wurde zudem die Trinkwasserversorgung der Truppen in der Colonia Claudia Ara Agrippiniensium (dem heutigen Köln) sichergestellt. Diese Wasserleitung, vermutlich Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. erbaut, zählt zu den größten römischen Bauten diesseits der Alpen – und sie verläuft mit einer Strecke von mehr als 25 km durch das Mechernicher Stadtgebiet!
Hier erhalten Sie an zahlreichen Ausgrabungsstätten und Bauwerken einen lebendigen Eindruck von der Zeit vor unserer Zeit.
Römische Brunnenstube bei Kallmuth
Die große römische Quellfasssung, 1957 rekonstruiert, liegt etwa 700 m östlich von Kallmuth. Die Brunnenstube misst 5,8 m x 3,5 m und ist fast 3 m tief in das anstehende Kalkgestein eingelassen. Das Quellwasser konnte durch die torartigen Öffnungen in den Sandsteinblöcken sowie durch die mörtellos gesetzten Stürze und Bögen in das Becken eindringen. Die Kallmuther Brunnenstube speiste die Wasserleitung nach Köln, bevor weitere Strecken - z.B. in Richtung Urft ausgebaut waren.
Auf dem ausgeschilderten Römerkanalwanderweg können Sie von der Römischen Brunnenstube aus weiter auf den „Spuren der Römer“ wandern.
Römisches Sammelbecken in Eiserfey
In Eiserfey vereinigte sich die von Kallmuth/Urfey kommende Leitung mit dem von den Hausener Benden bei Dreimühlen herführenden Leitungsstrang.
In Eiserfey, an der Hauserbachstraße, gegenüber der Einmündung der Vollemer Straße, liegt das ehemalige Sammelbecken für das Wasser dieser Leitungen. Dieses Becken mit einem Durchmesser von 3,05 m war bei den Ausgrabungen im Jahre 1959 in gutem Erhaltungszustand angetroffen worden. Hier begann die Hauptleitung in Richtung Köln.
Der Eiserfeyer Dorfbevölkerung und der Stadt Mechernich ist es zu verdanken, dass im Jahre 2005 in Eigenleistung und unter Mitwirkung des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege dieses einmalige Zeugnis römischer Wasserleitungsarchitektur ausgegraben und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Heute kann das Denkmal, das mit einer Schutzhütte überbaut wurde, jederzeit besichtigt werden.
Wandern Sie von hier aus auf dem ausgeschilderten Römerkanalwanderweg weiter nach Süden zur Römischen Brunnenstube bei Kallmuth oder nach Norden zum Römischen Aquädukt in Vussem.
Aufschluss der Römischen Wasserleitung bei Eiserfey
Unmittelbar an der Straße „Am Römerkanal“ ist ein Anschnitt der Hauptleitung der Eifelwasserleitung nach Köln zu besichtigen. Hier kann man sehr anschaulich ein Stück Kanal erfahren und erleben.
Aquädukt in Vussem
Bei Vussem hat das Veytal eine Breite von über 70 m, ist mit steilen Hängen versehen und in zwei Schluchten gespalten.
Diesen Einschnitt überbrückten die Römer beim Bau der Wasserleitung nach Köln durch Bogenwölbungen. Insgesamt standen hier 14 Brückenpfeiler. Durch Grabungen wurden die Grundmauern von 6 Pfeilern nachgewiesen. Drei Pfeiler mit dem dazugehörenden Leitungsabschnitt wurden 1956 restauriert.
Wandern Sie von hier aus auf dem ausgeschilderten Römerkanalwanderweg weiter nach Süden zum Römischen Sammelbecken in Eiserfey oder nach Norden zur Kanalmeisterei bei Breitenbenden.
Kanalmeisterei bei Breitenbenden
Im Nordhang des Krebsbachtales weist die Eifelwasserleitung zahlreiche Einstiegsschächte auf. Das mag mit geologischen Problemen zusammenhängen, die den Bau der Leitung möglicherweise erschwert haben. Die Schächte dienten dem Einstieg von Inspektoren und Reparaturtrupps.
Die Zweckbestimmung des kleinen Gebäudes, dessen Reste mit Treppenzugang südlich dieses Leitungsaufschlusses zu sehen sind, ist nicht klar zu deuten. Möglicherweise handelte es sich um einen Kellerraum, der zu den nördlich der Wasserleitung liegenden römischen Gebäuden gehört haben könnte, oder aber um die Reste eines dem Schutz der Wasserleitung dienenden kleinen Tempelchens. Wandern Sie von hier aus auf dem ausgeschilderten Römerkanalwanderweg weiter nach Süden zum Römischen Aquädukt in Vussem oder nach Norden durch den Mechernicher Wald, in dem Sie u.a. auf Ausbruchgräben der Römischen Wasserleitung treffen.
Römerkanal Euskirchen-Kreuzweingarten
Die Eifelwasserleitung nach Köln versorgte die Römer im zweiten und dritten Jahrhundert mit frischem Trinkwasser aus den Quellgebieten der Nordeifel. Nach dem Abzug der Römer wurden die Leitungen unbrauchbar, weil niemand in der Lage war, Sie ordnungsgemäß zu warten. Die Kanäle verkamen, wurden aufgebrochen und als Steinbruch genutzt.
Dabei stieß man auf Kalkablagerungen, die eine Stärke von bis zu 30 Zentimetern erreichten. Der Sinter wurde herausgebrochen, poliert und im Mittelalter beim Bau von Kirchen und Burgen weiterverarbeitet.
Insbesondere in der Nähe des Ortsteiles Kreuzweingarten gibt es ausgezeichnet erhaltene Reste einer römischen Wasserleitung, die Jahrhunderte hindurch die römische Großstadt Köln mit frischem Eifelwasser versorgte. Deutlich ist hier die dicke Kalkschicht zu erkennen, die sich an den Wänden der Leitung gebildet hat. Der Weg ist in Kreuzweingarten ausgeschildert. Der Besuch der Wasserleitung lässt sich gut mit einer kleinen Wanderung zur Hardtburg verbinden.
Römerkanal-Wanderweg
Der Römerkanal-Wanderweg führt auf 111 km entlang der Eifelwasserleitung von Nettersheim nach Köln. Stationen in der Nordeifel sind Kall und Mechernich. Informationen über die Wasserleitung liefern zahlreiche Schautafeln am Wegesrand. Der Römerkanal-Wanderweg wird derzeit mit moderner Wanderinfrastruktur ausgestattet und ab Mitte 2012 in bester Qualität wanderbar sein.
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